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Trending Topics Cybersicherheit – Mai 2026

SECURITY INSIGHTS | 02. Mai 2026

Die monatlichen Security-Highlights von Myra versorgen IT-Führungskräfte und Sicherheitsfachleute mit den relevantesten Themen aus der Welt der Cybersicherheit. Aktuelle Trends, Verteidigungsstrategien und Meldungen zu Cyberattacken, Angriffskampagnen und mehr finden Sie hier übersichtlich aufbereitet.

Trending Topics Cybersecurity
Trending Topics Cybersecurity

Künstliche Intelligenz verändert die Angriffsdynamik im Cyberraum grundlegend. BaFin-Präsident Mark Branson warnte auf der Jahrespressekonferenz der Finanzaufsicht, dass KI-Systeme Schwachstellen in IT-Infrastrukturen von Banken und Versicherern automatisiert identifizieren und ausnutzen können. Dies erfordert eine erhebliche Beschleunigung von Patch-Management-Prozessen: Zyklen, die traditionell in Monaten bemessen wurden, müssen künftig in Tagen oder Stunden abgeschlossen sein.

Das aktuelle BKA-Lagebild Cybercrime bestätigt diese Einschätzung durch empirische Daten. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 333.922 Cybercrime-Delikte registriert. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg von DDoS-Angriffen um 25 Prozent, den das BKA primär auf verstärkten Hacktivismus durch prorussische Gruppen zurückführt. Diese Entwicklung unterstreicht die geopolitische Dimension der Cyberbedrohung.

Parallel verzeichnen Strafverfolgungsbehörden auch im Mai wieder erfolgreiche Gegenmaßnahmen: So hat das US-Justizministerium den Betreiber des Kimwolf-Botnetzes verhaftet und 45 DDoS-for-Hire-Plattformen abgeschaltet. Das Botnetz war für DDoS-Angriffe mit Spitzenwerten von 31,4 Tbps verantwortlich. Trotz dieses Erfolgs bleibt die Geschwindigkeit, mit der Angreifer neue Infrastrukturen aufbauen, eine zentrale Herausforderung für die nachhaltige Cybersicherheit kritischer Infrastrukturen.

Die Top-Themen der IT-Sicherheit im Mai:

IT-Security-Trends

Bitkom fordert risikobasierten EU-Rahmen für Cloud-Souveränität

Der Branchenverband Bitkom hat das englischsprachige Positionspapier „Assessing Cloud Sovereignty“ veröffentlicht, das sich auf aktuelle Initiativen der EU und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezieht. Der Verband fordert darin risikobasierte, technologieoffene und europaweit harmonisierte Kriterien für Cloud-Souveränität statt pauschaler Regeln.

Schweizer Bundesamt plant Ausschluss von US-Cloud-Anbietern bei Gesundheitsdatenprojekt

Beim geplanten Vorhaben zur Digitalisierung von Gesundheitsdaten will das Schweizer Bundesamt für Gesundheit Anbieter, die unter den US CLOUD Act fallen, von vornherein ausschließen. Die Spezifikation für die Plattform „SwissHDS“ schreibt eine ausschließliche Unterstellung unter Schweizer Recht sowie die Unabhängigkeit von ausländischen Rechtsräumen fest – eine Vorgabe, die Microsoft, Google, AWS und Co. de facto ausschließen würde. Das für die Beschaffung zuständige Bundesamt für Bauten und Logistik betonte zudem, dass die hochsensiblen Gesundheitsdaten vor dem Zugriff durch ausländische Behörden geschützt werden müssten.

BKA-Lagebild 2025: Cybercrime in Deutschland auf Rekordniveau

Laut dem aktuellen BKA-Lagebild Cybercrime registrierten die Behörden 2025 insgesamt 333.922 Delikte sowie 1.041 dokumentierte Ransomware-Vorfälle (plus 10 Prozent) – das tatsächliche Ausmaß dürfte jedoch noch erheblich höher liegen. Etwa 90 Prozent der Ransomware-Angriffe richteten sich gegen den Mittelstand; die mittlere Lösegeldforderung stieg um 65 Prozent. Die Zahl der DDoS-Angriffe erhöhte sich laut BKA um 25 Prozent, was vor allem auf verstärkten Hacktivismus durch prorussische Gruppen zurückzuführen ist.

Finanzaufsicht BaFin warnt: KI beschleunigt Angriffe auf Finanzinfrastrukturen massiv

BaFin-Präsident Mark Branson warnte auf der Jahrespressekonferenz, dass KI-Systeme Schwachstellen in IT-Infrastrukturen von Banken und Versicherern automatisiert identifizieren und ausnutzen können. Patch-Management-Zyklen, die bislang in Monaten gemessen wurden, müssten künftig binnen Tagen oder Stunden abgeschlossen sein; die BaFin kündigte zusätzliche Ressourcen und verstärkte Prüfungen an.

Myra Bot Management
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Cybercrime

Angriff auf Abrechnungsdienstleister: Patientendaten mehrerer Unikliniken entwendet

Bei einem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister wurden Daten von mutmaßlich über 100.000 Patientinnen und Patienten mehrerer Universitätskliniken entwendet. Betroffen sind unter anderem Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Köln, Mannheim, Tübingen und Ulm. Der kompromittierte Dienstleister Unimed aus dem Saarland bietet Abrechnungs- und Dokumentationsdienste für Kliniken an. Der Angriff ereignete sich bereits Mitte April 2026. Die betroffenen Kliniken stoppten daraufhin die Datenübermittlung an den Dienstleister und informierten zeitnah die zuständigen Datenschutzbehörden sowie das BSI.

Nitrogen-Ransomware trifft Foxconn: 8 TByte Daten aus US-Werken gestohlen

Der Auftragsfertiger Foxconn bestätigte einen Ransomware-Angriff auf mehrere nordamerikanische Werke, darunter Standorte in Mount Pleasant (Wisconsin) und Houston (Texas). Die seit 2023 aktive Gruppe Nitrogen beansprucht die Tat und behauptet, über 11 Millionen Dateien (8 TByte) erbeutet zu haben – darunter vertrauliche Projektunterlagen von Apple, Nvidia, Intel und Google. Mitarbeitende griffen zeitweise auf Papier und Stift zurück, da Systeme und WLAN vollständig ausgefallen waren.

ESC Wien: Österreichische Polizei wehrt rund 500 Cyberangriffe ab

Während des Eurovision Song Contest in Wien registrierte die österreichische Polizei rund 500 als ernst zu nehmend eingestufte Cyberangriffe. Betroffen waren laut Bundespolizeidirektor Michael Takacs nicht nur die ESC-Website, sondern auch die Systeme der Zutrittsbereiche; alle Angriffe wurden abgewehrt.

Angriff auf Lernplattform Canvas betrifft rund 9.000 Bildungseinrichtungen weltweit

Die Tätergruppe ShinyHunters behauptet, im Umfeld der Lernplattform Canvas des Anbieters Instructure an Datenbestände von etwa 9.000 Bildungseinrichtungen weltweit gelangt zu sein, und droht mit deren Offenlegung. In einem weiteren Vorfall wurden zudem die Login-Seiten zahlreicher Schulen und Hochschulen auf der Plattform verunstaltet. Die Täter forderten Lösegeld für die nach ihren Angaben rund 280 Millionen Datensätze von Lehrkräften, Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern.

Ermittlungen zum Ransomware-Angriff auf Südwestfalen-IT eingestellt

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat das Verfahren zum Cyberangriff auf den kommunalen IT-Dienstleister Südwestfalen-IT mangels identifizierbarer Täter nach rund zweieinhalb Jahren ohne Ergebnis eingestellt. In der Nacht zum 30. Oktober 2023 hatten Angreifer Serverdaten verschlüsselt. In der Folge waren 22.000 Arbeitsplätze in Kommunalverwaltungen lahmgelegt, rund 1,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger betroffen und viele Rathäuser geschlossen. Verwaltungsvorgänge mussten wochenlang manuell oder per Fax abgewickelt werden. Zum Angriff bekannt hatte sich die Gruppierung Akira, deren Mitglieder bis heute unbekannt sind.

Nach Angriff auf Frankreichs Ausweisbehörde: 15-Jähriger festgenommen

Nachdem im April rund 19 Millionen Datensätze der französischen Behörde für abgesicherte Ausweise (ANTS) in einem Untergrundforum zum Kauf angeboten worden waren, hat die zuständige Staatsanwaltschaft inzwischen einen Ermittlungserfolg vermeldet. Festgenommen wurde ein 15 Jahre alter Verdächtiger, dem eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren sowie Bußgelder von bis zu 300.000 Euro drohen. Der Minderjährige soll unter dem Alias „breach3d“ agiert und den Datensatz selbst online angeboten haben.

Best Practice, Defense & Mitigation

Bundesministerium legt Eckpunkte für Cybersicherheitsforschung bis 2027 vor

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) will die deutsche Sicherheitsforschung inhaltlich schärfen und auf veränderte geopolitische Rahmenbedingungen ausrichten. In einem Roadmapping-Verfahren werden Vertreter aus Forschung und Wirtschaft eingebunden; das daraus resultierende Forschungsprogramm soll Anfang 2027 starten. Im Mittelpunkt stehen künstliche Intelligenz, kryptografische Verfahren, die Widerstandsfähigkeit staatlicher Infrastrukturen sowie ein beschleunigter Übergang von Forschungsergebnissen in die Anwendung.

Kimwolf-Botnet: Kanadischer Betreiber verhaftet, 45 DDoS-Plattformen abgeschaltet

Das US-Justizministerium hat den Kanadier Jacob Butler (23) aus Ottawa verhaftet, der das Kimwolf-Botnetz betrieben haben soll – eine Variante von AISURU, die Android-Geräte über exponierte ADB-Dienste infizierte. Kimwolf soll über 25.000 Angriffsbefehle ausgegeben haben; die AISURU/Kimwolf-Botnetze stehen hinter DDoS-Rekordangriffen mit bis zu 31,4 Tbps. Gleichzeitig wurden 45 DDoS-for-Hire-Plattformen abgeschaltet.

Bundesverwaltung startet ressortübergreifendes Programm CyberGovSecure

Mit der nationalen NIS-2-Umsetzung hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Rolle einer übergeordneten Instanz für die IT-Sicherheit der Bundesverwaltung erhalten. Das neue Programm CyberGovSecure überführt diese CISO-Funktion in die Praxis und konsolidiert Vorgaben, Maßnahmenpakete und Mittel über die Ressortgrenzen hinweg. Eingebunden sind sämtliche Bundesbehörden, die jeweils selbst für die Umsetzung verantwortlich bleiben. Ein gemeinsames Reporting soll den Stand der Maßnahmen und offene Handlungsfelder verwaltungsweit sichtbar machen.

Things to know

10 Jahre DSGVO: Umsetzungsquote steigt auf 71 Prozent

Eine aktuelle Langzeitstudie des Branchenverbands Bitkom zeigt: 71 Prozent der Unternehmen haben die DSGVO mittlerweile weitgehend umgesetzt – gegenüber nur 7 Prozent bei Inkrafttreten 2018. Gleichzeitig berichten 81 Prozent von komplizierteren Geschäftsprozessen, 69 Prozent sehen Hürden beim KI-Training und 63 Prozent befürchten, der Aufwand treibe KI-Entwickler aus der EU.

Über den Autor

Stefan Bordel

Senior Editor

Über den Autor

Stefan Bordel ist seit 2020 als Editor und Technischer Redakteur bei Myra Security tätig. Er verantwortet die strategische Entwicklung und redaktionelle Betreuung sämtlicher Content-Formate – von Website-Inhalten und Fachpublikationen über Whitepaper bis hin zu Social-Media-Kommunikation und technischer Dokumentation. In dieser Position verbindet er fundierte Expertise aus dem IT-Journalismus mit tiefgreifendem technischem Verständnis im Bereich Cybersecurity. Als langjähriger Linux-Enthusiast beobachtet er die Entwicklungen der IT-Branche sowohl privat als auch beruflich aus nächster Nähe.

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