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Aktualisiert am 11.10.2026

ChatGPT Business: was im Tarif steckt und was Sie vor dem Start klären

Wer heute „ChatGPT Team“ sucht, landet bei ChatGPT Business. OpenAI hat den Tarif am 29. August 2025 umbenannt, laut eigener Hilfe ohne Änderung an Funktionen oder Verträgen. Business ist ein Self-Service-Tarif für 2 bis 200 Plätze. Eingaben nutzt OpenAI standardmäßig nicht zum Training, und eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung gibt es dazu. Bei den Fragen, die in deutschen Unternehmen zuerst kommen, also wo die Daten liegen und wer mitlesen kann, ist Business aber knapper ausgestattet, als der Name vermuten lässt.

Wir haben dafür am 11.10.2026 die Preisseite, die Hilfeartikel und die Vertragsbedingungen von OpenAI gelesen. An einer Stelle widersprechen sie sich. Dazu weiter unten mehr.

Was Business enthält und was erst Enterprise bringt

Die Tabelle folgt dem Funktionsvergleich auf der Preisseite und den Hilfeartikeln zu Business. Preise lassen wir weg, die stehen bei OpenAI.

Thema ChatGPT Business ChatGPT Enterprise
Größe 2 bis 200 bezahlte Plätze (Standard- und Premium-Plätze mischbar) nach Vertrag
Training mit Ihren Daten standardmäßig nein standardmäßig nein
Anmeldung SAML SSO, MFA, Domainverifizierung dazu SCIM
Rollen Owner, Admin, Analytics Viewer, Mitglied dazu eigene Rollen mit Rechten pro Gruppe
Freigabelinks einzelne Links löschbar, abschalten für alle geht nicht workspaceweit abschaltbar
Protokolle für eDiscovery oder SIEM Compliance API laut Preisseite „No“ Compliance API
Eigene Schlüssel laut Preisseite „No“ Enterprise Key Management
Zertifikate laut Preisseite SOC 2 Typ 2 dazu ISO 27001 und 27017 sowie 27018 und 27701
Kontextfenster GPT Instant 54.000 Token, rund 40 Seiten Eingabe 128.000 Token, rund 250 Seiten
Speicherort widersprüchlich, siehe nächster Abschnitt Europa (EWR und Schweiz) für neue, berechtigte Kunden, auch Inferenz
API nicht enthalten, getrennt abgerechnet keine Angabe auf der Preisseite

Was in der Tabelle fehlt, ist der Funktionsumfang für die Nutzer. Da gibt es kaum Unterschiede. ChatGPT Work, Codex, Projekte, Workspace-Agenten, Deep Research und die Anbindung an Google Workspace und Slack oder an Microsoft 365 hat Business ebenfalls.

Wo die Daten liegen: zwei Antworten von OpenAI

Auf der Preisseite steht in der Zeile „Datenresidenz in: US, EU, UK, JP, CA, KR, SG, IN, AU, UAE“ für Business ein klares „No“. Ein Hilfeartikel mit dem Titel „Where your ChatGPT Business content is stored“ sagt etwas anderes. Datenresidenz für Business werde „gradually“ ausgerollt und sei noch nicht für alle Kunden verfügbar; die Region wählt man beim Checkout. Welche Regionen es gibt, steht dort nicht.

Selbst wenn Ihnen beim Kauf eine Region angeboten wird, lohnt das Kleingedruckte. Gespeichert wird in der Region der Inhalt, gerechnet wird woanders, denn eine Inferenz in der Region ist laut Artikel nicht enthalten. Außerdem schreibt OpenAI, dass bei einer Region außerhalb der USA eine Kopie jedes Prompts und jeder Antwort für eine begrenzte Zeit in den USA liegt, zur Missbrauchserkennung. Die Protokolle dazu bleiben unabhängig von der Wahl in den USA.

Für die Datenschutzakte heißt das: Mit Business haben Sie eine Übermittlung in die USA, ob mit oder ohne gewählte Region. Rechtlich abgesichert ist sie über den Auftragsverarbeitungsvertrag, nach dem OpenAI Daten aus dem EWR an Konzerngesellschaften und Dienstleister außerhalb des EWR auf Basis von Standardvertragsklauseln oder eines Angemessenheitsbeschlusses weitergibt. Was Sie für diese Übermittlung prüfen und dokumentieren müssen, haben wir im Ratgeber ChatGPT im Unternehmen datenschutzkonform nutzen beschrieben. Das gilt hier genauso.

Bei ChatGPT Enterprise ist das anders gelöst. Neue, berechtigte Enterprise-Kunden können die Speicherung in der Region „Europe (EEA + Switzerland)“ ohne Aufpreis wählen und dazu die GPU-Inferenz in derselben Region. Authentifizierung, Routing und Analytics können laut OpenAI trotzdem außerhalb laufen.

Was im Vertrag steht

Für Kunden im EWR vereinbart OpenAI irisches Recht und Gerichte in Dublin. Für den Auftragsverarbeitungsvertrag (bei OpenAI „Data Processing Addendum“) verweist OpenAI auf ein Formular, obwohl der Vertragstext selbst schon die Nutzung der Dienste als Zustimmung wertet. Füllen Sie das Formular trotzdem aus, dann ist der Abschluss in Ihrer Akte belegt. Bei Unterauftragsverarbeitern erteilen Sie eine allgemeine Genehmigung und können neuen innerhalb von 30 Tagen widersprechen. Datenpannen meldet OpenAI „without undue delay“, eine feste Frist steht nicht drin.

Eine Grenze des Self-Service sollten Sie kennen. Rechnungskauf, Bestellungen über Purchase Order oder Zero Data Retention gibt es laut OpenAI nur in einem verhandelten Vertrag. Wer so etwas im Einkauf braucht, ist bei Business am falschen Tisch.

Was der Betriebsrat wissen will

Oft wird der Beschluss des Arbeitsgerichts Hamburg vom 16. Januar 2024 (24 BVGa 1/24) zitiert, um die Mitbestimmung bei ChatGPT vom Tisch zu wischen. Das Gericht hat dort tatsächlich keine Mitbestimmung gesehen. Der Fall war aber ein anderer. Die Beschäftigten sollten private Accounts nutzen, dienstliche gab es nicht, und der Arbeitgeber erfuhr deshalb nicht, „wann welcher Arbeitnehmer wie lange und mit welchem Anliegen“ ChatGPT nutzte. Den Überwachungsdruck übe, so das Gericht, der Hersteller aus, nicht der Arbeitgeber.

Mit Business stellt der Arbeitgeber die Accounts, und er verwaltet sie. Die OpenAI-Hilfe für verwaltete Accounts sagt, ein Administrator könne Daten des Accounts unter Umständen „access, export, audit, retain, delete“. In den Business-Artikeln der Hilfe klingt es vorsichtiger: Standardmäßig können Admins und Owner nicht alle privaten Chats sehen, Owner können aber die Daten eines Mitglieds exportieren, wenn die Option angezeigt wird. Dazu kommen Nutzungsanalysen pro Workspace. Nach unserer Einschätzung ist ein so verwalteter Workspace eine technische Einrichtung im Sinne von § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Planen Sie also eine Betriebsvereinbarung ein, und zwar bevor die ersten Plätze vergeben sind.

Hineingehören vor allem drei Dinge. Wer Owner ist und damit exportieren darf. Wann ein Export überhaupt zulässig ist. Und ob die Nutzungsanalysen auf Personen heruntergebrochen werden dürfen.

Die ersten Einstellungen im Workspace

Ein paar Voreinstellungen von Business passen nicht zu dem, was die meisten Datenschutzbeauftragten erwarten. Die Workspace-Erkennung ist bei Business ab Werk an, bei Enterprise aus. Wer sich mit einer Adresse Ihrer Domain bei ChatGPT anmeldet, sieht dann Ihren Workspace und kann eine Beitrittsanfrage stellen; auf Wunsch werden solche Anfragen sogar automatisch angenommen. Mitglieder können außerdem andere einladen, solange freie Plätze da sind, und das lässt sich laut OpenAI derzeit nicht abschalten. Kaufen Sie deshalb nicht mehr Plätze als nötig.

Bei Drittanbieter-GPTs und Apps entscheiden die Admins, was im Workspace erlaubt ist. Das ist der wichtigste Schalter, denn was über eine App an einen anderen Dienst geht, unterliegt dessen Bedingungen. Und dann gibt es ein Detail, das fast niemand kennt: Wer eine Antwort mit Daumen hoch oder runter bewertet, kann laut OpenAI die ganze zugehörige Unterhaltung ins Training geben. Das Training ist also standardmäßig aus, aber nicht in jedem Fall. In die interne Richtlinie gehört deshalb ein Satz dazu. Eine Vorlage für solche Regeln finden Sie im Ratgeber KI-Richtlinie.

ChatGPT Business ist ein guter Einstieg. Die eigentliche Frage kommt später: Wer entscheidet, welches Modell welche Daten sieht, Sie oder Ihr Anbieter? Sascha Schumann, CEO Myra Security

Business, Enterprise oder etwas anderes

Business ist eine gute Wahl, wenn ein kleines Team schnell mit den aktuellen OpenAI-Modellen arbeiten will und vor allem Texte, Recherchen oder Code ohne Personenbezug bearbeitet. Die Funktionen kommen direkt vom Hersteller, viele Beschäftigte kennen die Oberfläche schon, und für eine Gruppe von zehn Leuten ist das schneller eingerichtet als jede Alternative.

Enterprise brauchen Sie, sobald SCIM, prüfbare Protokolle über die Compliance API oder Speicherung und Inferenz in Europa gefordert sind, und natürlich ab dem 201. Platz. Den ausführlichen Vergleich von Business und Enterprise mit Myra AI Workspace finden Sie auf der Seite ChatGPT Enterprise oder Myra AI Workspace?.

Etwas anderes lohnt sich, wenn im selben Unternehmen Daten mit sehr unterschiedlichem Schutzbedarf verarbeitet werden. In Myra AI Workspace legen Sie pro Projekt fest, welche Modelle erlaubt sind. Mit der Zugriffsstufe „Nur lokal“ stehen nur Myra-Modelle zur Wahl; gesperrt sind dann Cloud-Modelle und die Websuche. Myra-Modelle laufen auf Myras eigener EU-Infrastruktur; in bezahlten Self-Serve-Tarifen setzen sie das Zusatzpaket „EU-Gov“ voraus. Geht eine Anfrage doch an ein externes Modell, etwa eines von OpenAI, ersetzt Myra personenbezogene Daten vorher durch Platzhalter und setzt sie in der Antwort wieder ein. Diese Maskierung ist in allen Tarifen verfügbar. Für externe Modelle können Sie zusätzlich eine EU-Untergrenze einschalten, die ab Werk aus ist. Myra verwendet Kundendaten nicht zum Training von KI-Modellen.

Unsere ehrliche Empfehlung lautet so. Wollen Sie nur OpenAI-Modelle und brauchen keine Regeln pro Projekt, nehmen Sie Business oder Enterprise. Wollen Sie für die Personalakte ein anderes Modell als für den Marketingtext, schauen Sie sich Myra an.

Häufige Fragen

Ist ChatGPT Business DSGVO-konform?

Das kann Ihnen kein Anbieter pauschal zusagen, denn verantwortlich für die Verarbeitung bleiben Sie. OpenAI liefert die Bausteine dafür: eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung, standardmäßig kein Training mit Ihren Eingaben und Standardvertragsklauseln für die Weitergabe in die USA. Was Sie selbst erledigen müssen, sind Zweckfestlegung, Rechtsgrundlage, Transferprüfung und gegebenenfalls eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Wie das im Einzelnen aussieht, steht in unserem Ratgeber zu ChatGPT und Datenschutz.

Sehen Admins in ChatGPT Business die Chats der Mitarbeitenden?

Im normalen Betrieb nicht. Laut OpenAI-Hilfe hat jedes Mitglied seinen eigenen Verlauf, und Admins und Owner können standardmäßig nicht alle privaten Chats sehen. Allerdings können Workspace-Owner die Daten eines Mitglieds exportieren, sofern die Option angezeigt wird, und auf der Datenschutzseite für Unternehmen schreibt OpenAI, dass Business-Admins Gespräche einsehen und exportieren können. Für die Betriebsvereinbarung sollten Sie deshalb vom technisch Möglichen ausgehen und regeln, wer diese Rechte bekommt und wann sie genutzt werden dürfen.

Kann man von ChatGPT Business auf Enterprise wechseln?

Ja. Laut OpenAI-Hilfe lässt sich ein bestehender Business-Workspace samt Daten auf Enterprise umstellen, dafür ist der Vertrieb zuständig. Eine Einschränkung sollten Sie kennen, bevor Sie mit Business anfangen. Speicherung in einer gewählten Region ist für Enterprise laut OpenAI nur bei neuen Workspaces vorgesehen. Wer weiß, dass er später Enterprise mit Datenresidenz in Europa braucht, fragt deshalb am besten vor dem Start, ob ein späterer Umzug geht.

Ist die OpenAI-API in ChatGPT Business enthalten?

Nein. ChatGPT Business und die API-Plattform rechnet OpenAI getrennt ab, Guthaben lassen sich nicht übertragen. Wer eigene Anwendungen an GPT-Modelle anbinden will, braucht zusätzlich einen API-Zugang mit eigenem Vertrag und eigener Prüfung.

Quellen

Dieser Beitrag gibt einen Überblick (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.