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Credential Stuffing

Credential Stuffing zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Angriffsmethoden im Internet. Angreifer nutzen dabei gestohlene Login-Daten aus Datenlecks und testen diese automatisiert auf zahlreichen Websites. Da viele User dieselben Passwörter und Benutzernamen mehrfach verwenden, können Angreifer mit einem einzigen Datensatz oft gleich mehrere Accounts übernehmen. Dieser Artikel erklärt kompakt, wie Credential Stuffing funktioniert, welche Branchen betroffen sind und mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Systeme wirksam schützen.

Credential Stuffing verhindern mit dem Myra Bot Management
Ablauf einer Attacke mittels Credential Stuffing

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Was ist Credential Stuffing?

Credential Stuffing ist das automatisierte Einschleusen gestohlener Benutzername-Passwort-Paare („Credentials“) in Login-Formulare von Websites, um sich unbefugt Zugriff auf Nutzerkonten zu verschaffen.

 

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Automatisiert: Bots testen Millionen Login-Kombinationen in kürzester Zeit.

  • Basierend auf echten Daten: Die Credentials stammen aus Hacks, Phishing-Angriffen oder Darknet-Marktplätzen.

  • Großflächig: Ein einziger Datensatz wird gegen viele Dienste eingesetzt.

  • Schwer erkennbar: Die Anfragen wirken wie normale Logins legitimer User.

 

Statistiken zeigen, dass etwa 0,1 % der geleakten Credentials auf einem anderen Dienst tatsächlich zu einem erfolgreichen Login führen. Angesichts von Listen mit Millionen Datensätzen ist das für Angreifer hochprofitabel.

Code auf einem Screen

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Wie läuft ein Credential-Stuffing-Angriff ab?

Ein typischer Angriff folgt einem klaren Muster:

  1. Datenbeschaffung: Angreifer besorgen sich Login-Daten aus Datenlecks, Phishing-Kampagnen oder kaufen sie im Darknet. Sammlungen wie „Collection #1–5“ haben bereits 2,2 Milliarden Benutzername-Passwort-Kombinationen im Klartext öffentlich zugänglich gemacht.

  2. Bot-Setup: Angreifer richten Bots ein, die sich automatisiert parallel in mehreren Nutzerkonten einloggen und dabei unterschiedliche IP-Adressen vortäuschen.

  3. Angriffsdurchführung: Die Bots testen die Credentials gegen Login-Formulare vieler Dienste gleichzeitig.

  4. Auswertung: Erfolgreiche Logins werden als „valid“ markiert und gesammelt.

  5. Monetarisierung: Angreifer tätigen unautorisierte Käufe, überweisen Geld, stehlen persönliche Daten oder verkaufen Zugänge (z. B. zu Streaming-Diensten) auf dem Schwarzmarkt.

Weißer Roboter mit leuchtenden Augen: Symbolbild für intelligentes Bot Management durch Myra Security

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Warum setzen Angreifer Bots für Credential Stuffing ein?

Bots sind für Credential Stuffing essenziell, weil sie Geschwindigkeit und Tarnung kombinieren. Effektiver Schutz erfordert daher intelligentes Bot-Management.

 

  • Skalierbarkeit: Bots ermöglichen Millionen Logins in wenigen Stunden.

  • Tarnung durch IP-Rotation: Moderne Credential-Stuffing-Software umgeht Schutzmaßnahmen, indem Bots gleichzeitig mehrere Logins versuchen, die scheinbar von verschiedenen Gerätetypen und unterschiedlichen IP-Adressen stammen.

  • Unauffälligkeit: Die bösartigen Bots machen Login-Versuche ununterscheidbar von normalem Traffic – häufig ist der einzige Hinweis auf einen Angriff ein Anstieg des gesamten Login-Volumens.

  • CAPTCHA-Bypass: Einige Programme umgehen CAPTCHA-Systeme, spoofen oder verschleiern die IP-Adresse und reagieren auf typische Schutzmechanismen.

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Worin unterscheiden sich Credential Stuffing, Brute Force und Password Spraying?

Die drei Angriffsarten werden oft verwechselt, funktionieren aber unterschiedlich:

  • Basis

    Echte geleakte Credentials

    Zielkonten

    Viele Accounts parallel

    Erkennbarkeit

    Schwer zu erkennen

    Erfolgsquote

    Relativ hoch

    Voraussetzung

    Passwort-Wiederverwendung

    Basis

    Zufällig generierte Passwörter

    Zielkonten

    Ein oder wenige Accounts

    Erkennbarkeit

    Leicht erkennbar

    Erfolgsquote

    Niedrig bei starken Passwörtern

    Voraussetzung

    Schwache Passwörter

    Basis

    Liste gängiger Passwörter

    Zielkonten

    Viele Accounts

    Erkennbarkeit

    Mittel

    Erfolgsquote

    Mittel

    Voraussetzung

    Häufige Standardpasswörter

    Merkmal
    Credential Stuffing
    Brute Force
    Password Spraying

    Basis

    Echte geleakte Credentials

    Zufällig generierte Passwörter

    Liste gängiger Passwörter

    Zielkonten

    Viele Accounts parallel

    Ein oder wenige Accounts

    Viele Accounts

    Erkennbarkeit

    Schwer zu erkennen

    Leicht erkennbar

    Mittel

    Erfolgsquote

    Relativ hoch

    Niedrig bei starken Passwörtern

    Mittel

    Voraussetzung

    Passwort-Wiederverwendung

    Schwache Passwörter

    Häufige Standardpasswörter

    Passwort Schriftzug

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    Welche Branchen sind von Credential Stuffing betroffen?

    Grundsätzlich ist jeder Dienst mit Login-Funktion ein potenzielles Ziel. Besonders attraktiv sind jedoch:

     

    • Banken und Finanzdienstleister: hohe Transaktionsvolumina, direkter Geldwert

    • Payment-Provider: sofortige Monetarisierung möglich

    • Öffentlicher Sektor und Gesundheitswesen: hochsensible Daten für Betrug und Erpressung

    • Reise- und Tourismusbranche: wertvolle Bonuspunkte und Kundendaten

    • Online-Shops und E-Commerce: hinterlegte Zahlungsdaten

    • Streaming-Dienste: Accounts werden im Darknet verkauft

    • Unternehmens-Accounts: Zugriff auf sensible Firmendaten

     

    Die wahrscheinlichsten Ziele sind beliebte Websites mit hoher Markenreputation, deren Nutzer-Credentials aus Datenlecks im Darknet verfügbar sind.

    Computer Bildschirme mit Code

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    Welche Folgen hat Credential Stuffing für Unternehmen?

    Die Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs sind weitreichend:

    • Finanzielle Schäden: Chargebacks, Betrugsschäden, Kompensationszahlungen

    • Reputationsverlust: Kundenvertrauen sinkt nachhaltig

    • Regulatorische Strafen: DSGVO-Bußgelder bei Datenschutzverletzungen

    • Operative Belastung: Support-Kosten, Account-Wiederherstellung, Forensik

    • Langfristige Folgeschäden: Geleakte Daten werden auch Jahre später für Folgeangriffe genutzt

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    Wie können Unternehmen sich vor Credential Stuffing schützen?

    Ein effektiver Schutz ist ein mehrschichtiger Ansatz aus technischen und organisatorischen Maßnahmen:

    • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Multi-Faktor-Authentifizierung ist die bei Weitem beste Verteidigung gegen die meisten passwortbezogenen Angriffe. Eine Analyse von Microsoft legt nahe, dass MFA 99,9 % aller Account-Kompromittierungen verhindert hätte.

    • Bot Management: Da diese Angriffe typischerweise automatisiert ablaufen, ist eine Bot-Management-Technologie oft die beste Verteidigung. Moderne Systeme nutzen Verhaltensanalyse, Machine Learning und Device Fingerprinting.

    • CAPTCHA und adaptive Challenges: Adaptive CAPTCHAs, die nur unter verdächtigen Bedingungen (z. B. ungewöhnlichen Login-Standorten oder schnellen Login-Versuchen) ausgelöst werden, können die Sicherheit weiter verbessern, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen.

    • Device Fingerprinting: Mithilfe von JavaScript lassen sich Informationen über Nutzergeräte sammeln und für jede Session ein „Fingerprint“ erstellen – bestehend aus Parametern wie Betriebssystem, Sprache, Browser, Zeitzone oder User Agent.

    • IP- und Traffic-Analyse: Die Korrelation von Authentifizierungs-Traffic mit Proxy- und IP-Intelligence sowie bekannten Hosting-Provider-IP-Bereichen hilft, hochverteilte Credential-Stuffing-Angriffe zu identifizieren.

    • Passwort-Hygiene erzwingen: Bei der Passwortvergabe automatisierte Abgleiche mit bekannten geleakten Passwörtern (z. B. via Have I Been Pwned) einführen, starke Passwortrichtlinien vorgeben und den EInsatz von Passwort-Managern und Passkeys forcieren.

    • Web Application Firewall & Bewertung: Eine moderne WAF erkennt verdächtige Muster im Authentifizierungs-Traffic und blockiert automatisierte Zugriffe, bevor sie die Login-Maske erreichen.

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    Fazit: Credential Stuffing erfordert einen mehrschichtigen Schutzansatz

    Credential Stuffing ist keine Randerscheinung, sondern eine alltägliche Bedrohung für jedes Unternehmen mit Login-Funktion. Einzelne Maßnahmen wie starke Passwörter oder einfache CAPTCHAs reichen längst nicht mehr aus. Nur die Kombination aus Multi-Faktor-Authentifizierung, intelligentem Bot-Management, adaptiven Challenges und professionellem Traffic-Monitoring bietet verlässlichen Schutz.

    FAQ zu Credential Stuffing

    Beim Credential Stuffing sind sowohl Nutzername als auch Passwort bereits bekannt – es wird lediglich getestet, wo diese noch funktionieren. Beim Credential Cracking ist nur der Nutzername bekannt, das Passwort wird mit Wörterbüchern oder Brute Force erraten.

    Über den Autor

    Stefan Bordel

    Senior Editor

    Über den Autor

    Stefan Bordel ist seit 2020 als Editor und Technischer Redakteur bei Myra Security tätig. Er verantwortet die strategische Entwicklung und redaktionelle Betreuung sämtlicher Content-Formate – von Website-Inhalten und Fachpublikationen über Whitepaper bis hin zu Social-Media-Kommunikation und technischer Dokumentation. In dieser Position verbindet er fundierte Expertise aus dem IT-Journalismus mit tiefgreifendem technischem Verständnis im Bereich Cybersecurity. Als langjähriger Linux-Enthusiast beobachtet er die Entwicklungen der IT-Branche sowohl privat als auch beruflich aus nächster Nähe.