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Was ist Geoblocking und Geotargeting?

Lokalisierungsmethoden wie Geoblocking, Geotargeting oder Geolocation dienen zu unterschiedlichsten Zwecken. Allen Einsatzmöglichkeiten gemein ist die technologische Basis, die sich zentrale Eigenschaften von IP-Adressen und mobilen Geräten zunutze macht. 

Lesezeit: .

Auf einen
Blick


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Geoblocking und Geotargeting: eine Definition 

Lokalisierungsmethoden wie Geoblocking oder Geotargeting begegnen Nutzer:innen an vielen Stellen im Netz. Medienunternehmen nutzen die Technologie, um länderspezifisches Urheberrecht auch digital umzusetzen; Banken und Zahlungsdienstleister überprüfen damit den Ursprung getätigter Transaktionen, um ihre Kundinnen und Kunden vor Betrugsversuchen zu bewahren; und im Onlinemarketing dient die Technologie für eine gezielte Ansprache einzelner Nutzergruppen. Ebenso kommt Geolocation auch als Werkzeug von Regierungen zum Einsatz, um illegale Inhalte aus dem Netz zu bannen. 

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Wie funktioniert Geoblocking und Geotargeting?

Grundlage für die meisten Lokalisierungsmethoden bildet die Zuordnung einer IP-Adresse oder einer MAC-Adresse zum realen geografischen Standort eines mit dem Internet verbundenen Computers oder eines mobilen Geräts. Die Zuordnung umfasst eine ganze Reihe an Informationen, wie Länder, Regionen, Städte sowie die entsprechenden Breiten- und Längengrade. Hinzu kommen Daten über den verwendeten Internetdienstanbieter und zum Domainnamen. Für die Zuordnung kommen unterschiedliche Methoden und Technologien zum Einsatz: 

Geo-Datenbanken mit API

Kommerzielle Anbieter halten die Lokalisierungsdaten für IP-Adressen in großen Datenbanken bereit. Service-Dienstleister können die Informationen per Schnittstelle automatisiert abrufen und dadurch ihre Produkte um die oben beschriebenen Funktionen erweitern. Daneben sind auch freie Datenbanken zur Lokalisierung von IP-Adressen verfügbar; die Genauigkeit der Angebote – sowohl kostenpflichtiger als auch kostenloser Dienste – variiert stark je nach Einsatzzweck und -gebiet. In der Regel steigt die Fehlerquote der Datenbanken mit zunehmenden Präzisionsvorgaben – benachbarte Städte oder Regionen werden daher des Öfteren miteinander verwechselt. Da für die meisten Internet-Dienste eine Länder-spezifische Unterscheidung vollkommen ausreicht, fällt dieser Schwachpunkt weniger ins Gewicht.

Hochpräzises Geotargeting mittels Wi-Fi, Bluetooth und GPS

Bei Mobilgeräten erlauben Funkmodule eine exakte Lokalisierung per Wi-Fi, Bluetooth und GPS, wodurch sogar eine genaue Bestimmung von Nutzern innerhalb von Gebäuden möglich ist. Die präzise Lokalisierung von Mobilgeräten wird etwa für die Indoor-Navigation in großen Gebäudekomplexen wie Flughäfen, Einkaufszentren oder auch Parkhäusern genutzt. Betreiber von Shopping-Malls und Supermärkten können mit der Positionsbestimmung außerdem praxisnahe Marktforschung betreiben, um Rückschlüsse auf die Beliebtheit einzelner Produkte zu ziehen. Darüber hinaus erlaubt präzises Geotargeting auch eine gezielte Ausspielung von Werbung auf die Endkundengeräte. Mittels Push-Benachrichtigung informieren dabei unter anderem Shop-Betreiber ihre Kund:innen über laufende Aktionen in naheliegenden Filialen.

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Welche Gefahr geht von Geoblocking aus?

Totalitäre Staaten und Regierungen missbrauchen Geoblocking oftmals als Werkzeug für politische Zensur, um kritische Inhalte von Internetnutzer:innen fernzuhalten. In China kommt unter anderem ein komplexes Filtersystem zum Einsatz, das viele westliche Kanäle komplett oder teilweise sperrt. Selbst bekannt Internet-Dienste wie YouTube, Twitter oder auch Facebook lassen sich daher hinter der großen chinesischen Firewall nicht aufrufen. Weitere Staaten, die für den Einsatz von Internetzensur bekannt sind, sind der Iran, Syrien, die Türkei, Kuba und Nordkorea. 

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Wie lässt sich Geoblocking umgehen? 

Ebenso oftmals kritisiert wird die technische Umsetzung der Sperren, die zumeist über die Provider erfolgt. Für technisch versierte Anwender:innen stellt eine Sperre per DNS kaum ein Hindernis dar. Mittels VPN-Proxys, dem Tor-Netzwerk oder auch alternativer DNS-Anbieter können Ländersperren mit nur wenigen Klicks umgangen werden. Streaming-Anbieter sind daher schon dazu übergegangen, einzelne VPN-Dienste auf ihren Portalen zu sperren, um zumindest diese Umgehungsoption zu schließen. 

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Geoblocking, Geotargeting und Geolocation: Das müssen Sie wissen

Die präzise Lokalisierung von Nutzern und Geräten bildet die technologische Basis für viele smarte Dienste und Sicherheitsvorkehrungen im Internet. Anwender:innen erhalten dank Geotargeting aktuelle Informationen zu lokalen Shops und Aktionen, wenn diese Daten auch wirklich relevant sind. Präzise Navigationsdienste leiten Nutzerinnen und Nutzer punktgenau durch komplexe Gebäudeanlagen. Unterdessen können Medienunternehmen die Lizenz-konforme Bereitstellung von Filmen, Serien und Musiktiteln mittels Geolocation steuern. Zahlungsdienstleister setzen ebenfalls auf Geolocation, hier dient die Technologie zur Verifizierung gültiger Transaktionen. Mittels Geoblocking leisten Staaten und Regierungen einen Beitrag zur Sicherheit im Internet und sperren hierzu illegale Inhalte. Gänzlich unumstritten ist dieses Verfahren jedoch nicht, da nur allzu oft die Ländersperre auch als politisches Werkzeug missbraucht wird. 


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