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Nachrichten auf einem Handy

OSI-Modell einfach erklärt: Aufbau, Schichten und Bedeutung

Das OSI-Modell (Open Systems Interconnection) ist ein Referenzmodell, das die Netzwerkkommunikation in sieben klar definierte Schichten unterteilt. Jede Schicht übernimmt eine bestimmte Aufgabe – von der physischen Signalübertragung bis hin zur Anwendungsebene. Das Modell sorgt dafür, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller herstellerübergreifend und fehlerfrei miteinander kommunizieren können.

Schutz auf Layer 7 mit einer Web Application Firewall

01

Was ist das OSI-Modell?

Das OSI-Modell (auch OSI-Schichtenmodell oder ISO/OSI-Modell genannt) ist ein konzeptionelles Framework für Netzwerkkommunikation.

  • OSI steht für Open Systems Interconnection

  • ISO steht für International Organization for Standardization

  • Das Modell beschreibt, wie Daten zwischen zwei Systemen über ein Netzwerk ausgetauscht werden

  • Es unterteilt die Kommunikation in 7 Schichten (Layer)

  • Jede Schicht hat eine klar definierte Aufgabe

Das OSI-Modell basiert auf dem Konzept, ein Kommunikationssystem in sieben abstrakte Schichten aufzuteilen, die jeweils aufeinander aufbauen. Jede Schicht übernimmt eine spezifische Aufgabe und kommuniziert mit den Schichten darüber und darunter.

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Warum wurde das OSI-Modell entwickelt?

Vor der Einführung des OSI-Modells gab es keinen einheitlichen Standard für Netzwerkkommunikation. In den frühen 1980er Jahren gab es viele inkompatible Maschinentechnologien und Betriebssysteme von Unternehmen wie IBM, Burroughs, Univac und Hewlett Packard – ohne vereinbarte Standards, wie zwei verschiedene Computersysteme Daten austauschen können.

 

Die wichtigsten Ziele des OSI-Modells:

  • Standardisierung der Netzwerkkommunikation

  • Herstellerunabhängigkeit zwischen Geräten

  • Fehlersuche durch klare Abgrenzung der Schichten

  • Modulare Weiterentwicklung einzelner Netzwerkkomponenten

  • Interoperabilität unterschiedlicher Systeme

 

Im Mai 1983 wurden die Dokumente von CCITT und ISO zum „Basic Reference Model for Open Systems Interconnection“ zusammengeführt und 1984 als ISO-Standard 7498 veröffentlicht.

03


Wie ist das OSI-Modell aufgebaut?

Das OSI-Modell besteht aus sieben Schichten, die jeweils aufeinander aufbauen. Daten wandern beim Sender von Schicht 7 nach unten zu Schicht 1, werden übertragen und beim Empfänger in umgekehrter Reihenfolge wieder entpackt.

Merksatz: „Please DNot Throw Salami Pizza Away" – die Anfangsbuchstaben stehen für Physical, Data Link, Network, Transport, Session, Presentation, Application.

  • 7

    Anwendungsschicht

    6

    Darstellungsschicht

    5

    Sitzungsschicht

    4

    Transportschicht

    3

    Vermittlungsschicht

    2

    Sicherungsschicht

    1

    Bitübertragungsschicht

    7

    Application Layer

    6

    Presentation Layer

    5

    Session Layer

    4

    Transport Layer

    3

    Network Layer

    2

    Data Link Layer

    1

    Physical Layer

    7

    Schnittstelle zu Anwendungen

    6

    Datenformatierung, Verschlüsselung

    5

    Verbindungsaufbau und -steuerung

    4

    Segmentierung, Übertragungskontrolle

    3

    Routing, logische Adressierung

    2

    Node-zu-Node-Übertragung

    1

    Physische Signalübertragung

    Layer
    Schicht (DE)
    Schicht (EN)
    Aufgabe

    7

    Anwendungsschicht

    Application Layer

    Schnittstelle zu Anwendungen

    6

    Darstellungsschicht

    Presentation Layer

    Datenformatierung, Verschlüsselung

    5

    Sitzungsschicht

    Session Layer

    Verbindungsaufbau und -steuerung

    4

    Transportschicht

    Transport Layer

    Segmentierung, Übertragungskontrolle

    3

    Vermittlungsschicht

    Network Layer

    Routing, logische Adressierung

    2

    Sicherungsschicht

    Data Link Layer

    Node-zu-Node-Übertragung

    1

    Bitübertragungsschicht

    Physical Layer

    Physische Signalübertragung

    04

    Welche Aufgaben haben die 7 Schichten des OSI-Modells?

    Layer 7 – Anwendungsschicht (Application Layer)

    Dies ist die einzige Schicht, die direkt mit Daten des Nutzers interagiert. Softwareanwendungen wie Webbrowser und E-Mail-Clients verlassen sich auf die Anwendungsschicht, um Kommunikation zu initiieren. Die Anwendungsschicht ist verantwortlich für die Protokolle und die Datenverarbeitung, auf die die Software angewiesen ist.

    • Schnittstelle zur Anwendung (nicht die Anwendung selbst)

    • Protokolle: HTTP, HTTPS, FTP, SMTP, DNS

    • Angriffsfläche für Angriffe auf Layer 7 (z. B. DDoS-Angriffe auf Webanwendungen) 

    Layer 6 – Darstellungsschicht (Presentation Layer)

    Die Darstellungsschicht übersetzt Daten in ein einheitliches Format.

    • Verschlüsselung und Entschlüsselung (z. B. TLS/SSL)

    • Datenkompression

    • Zeichensatz-Konvertierung (z. B. ASCII, Unicode)

    • Formatierung von Daten

    Layer 5 – Sitzungsschicht (Session Layer)

    Layer 5 etabliert, koordiniert und beendet Sitzungen zwischen Systemen in einem Netzwerk. Die Sitzungsschicht sorgt für die Identifikation, den Aufbau, die Aufrechterhaltung und das Beenden von Kommunikationssitzungen zwischen Anwendungen auf Netzwerkknoten.

    • Verwaltung von Sessions

    • Synchronisation des Datenaustauschs

    • Wiederaufnahme unterbrochener Verbindungen

    Layer 4 – Transportschicht (Transport Layer)

    Die Transportschicht sorgt für eine zuverlässige Datenübertragung zwischen Endsystemen.

    • Segmentierung großer Datenmengen

    • Fehlerkorrektur und Flusskontrolle

    • Verbindungsorientiert (TCP) oder verbindungslos (UDP)

    • Ende-zu-Ende-Kommunikation

    Layer 3 – Vermittlungsschicht (Network Layer)

    Die Vermittlungsschicht übernimmt das Routing zwischen Netzwerken.

    • Logische Adressierung über IP-Adressen

    • Wegfindung (Routing) zwischen verschiedenen Netzwerken

    • Paketweiterleitung

    • Beispiele: IP, ICMP, Router

    Layer 2 – Sicherungsschicht (Data Link Layer)

    Die Sicherungsschicht stellt die Node-zu-Node-Datenübertragung zwischen zwei direkt verbundenen Knoten sicher. Sie erkennt und korrigiert möglicherweise Fehler, die in der physischen Schicht auftreten, definiert das Protokoll zum Aufbau und zur Beendigung einer Verbindung zwischen zwei physisch verbundenen Geräten sowie das Protokoll zur Flusskontrolle.

    • Arbeitet mit MAC-Adressen

    • Beispiele: Ethernet, Switches, WLAN (IEEE 802.11)

    Layer 1 – Bitübertragungsschicht (Physical Layer)

    Die unterste Schicht sorgt für die physische Übertragung der Daten.

    • Verantwortlich für das Senden und Empfangen unstrukturierter Rohdaten zwischen einem Gerät und einem physischen Übertragungsmedium. Sie wandelt digitale Bits in elektrische, Funk- oder optische Signale um.

    • Definiert Spannungspegel, Kabel, Stecker und Taktung

    • Beispiele: Ethernet-Kabel, Glasfaser, WLAN-Funksignale

    05

    Wie funktioniert die Datenübertragung im OSI-Modell?

    Beim Versenden einer E-Mail durchläuft die Nachricht alle sieben Schichten: Damit menschenlesbare Informationen über ein Netzwerk von einem Gerät auf ein anderes übertragen werden können, müssen die Daten auf der sendenden Seite die sieben Schichten nach unten durchlaufen und auf der empfangenden Seite wieder nach oben. Die E-Mail-Anwendung übergibt die Nachricht an die Anwendungsschicht, die ein Protokoll (SMTP) auswählt und die Daten an die Darstellungsschicht weitergibt. Die Darstellungsschicht komprimiert die Daten und reicht sie an die Sitzungsschicht weiter, die die Kommunikationssitzung initialisiert. Die Daten gelangen dann zur Transportschicht, wo sie segmentiert werden, anschließend zur Netzwerkschicht, wo sie in Pakete zerlegt werden, und schließlich zur Sicherungsschicht, wo sie in Frames umgewandelt werden.

     

    Diesen Prozess nennt man Datenkapselung (Encapsulation). Beim Empfänger wird der Ablauf umgekehrt ausgeführt (De-Encapsulation).

    06


    Wie unterscheidet sich das OSI-Modell vom TCP/IP-Modell?

    Das TCP/IP-Modell ist in der Praxis das dominierende Modell im heutigen Internet. Das OSI-Modell bleibt jedoch das wichtigste didaktische und analytische Referenzmodell. Der größte Unterschied zwischen beiden Modellen besteht darin, dass das OSI-Modell mehrere Funktionen aufteilt, die das TCP/IP-Modell in einzelne Schichten gruppiert. Das betrifft sowohl die Anwendungs- als auch die Netzwerkzugangsschicht des TCP/IP-Modells.

     

    Das moderne Internet basiert nicht auf OSI, sondern auf dem einfacheren TCP/IP-Modell. Dennoch wird das OSI-7-Schichten-Modell weiterhin breit genutzt, da es hilft, die Funktionsweise von Netzwerken zu visualisieren und zu kommunizieren.

  • Anzahl Schichten

    7

    Typ

    Referenzmodell

    Fokus

    Protokollunabhängig

    Verbreitung

    Lehre, Troubleshooting

    Flexibilität

    Hoch

    Anzahl Schichten

    4-5

    Typ

    Praxismodell

    Fokus

    Protokollspezifisch

    Verbreitung

    Reales Internet

    Flexibilität

    Mittel

    Kriterium
    OSI-Modell
    TCP/IP-Modell

    Anzahl Schichten

    7

    4-5

    Typ

    Referenzmodell

    Praxismodell

    Fokus

    Protokollunabhängig

    Protokollspezifisch

    Verbreitung

    Lehre, Troubleshooting

    Reales Internet

    Flexibilität

    Hoch

    Mittel

    Code auf einem Bildschirm

    07

    Warum ist das OSI-Modell heute noch relevant?

    Obwohl das Internet technisch auf TCP/IP basiert, bleibt das OSI-Modell unverzichtbar:

    • Fehlersuche: Ob eine einzelne Person keine Verbindung mit dem Laptop ins Internet bekommt oder eine Website für Tausende Nutzer nicht erreichbar ist – das OSI-Modell hilft, das Problem einzugrenzen und die Fehlerquelle zu isolieren. Kann das Problem auf eine bestimmte Schicht eingegrenzt werden, lässt sich viel unnötige Arbeit vermeiden.

    • Netzwerkdesign: strukturierte Planung komplexer Architekturen

    • IT-Sicherheit: gezielte Schutzmaßnahmen pro Schicht (z. B. WAF auf Layer 7, Network DDoS Protection auf Layer 3/4)

    • Ausbildung: universelle Lernbasis für IT-Profis

    • Kommunikation: gemeinsame Sprache zwischen Entwicklern, Admins und Herstellern

    08


    Welche Sicherheitsrisiken gibt es auf den OSI-Schichten?

    Jede Schicht des OSI-Modells bietet eigene Angriffsflächen. Besonders kritisch sind heute Angriffe auf Layer 7, da sie komplexe Webanwendungen betreffen und klassische Firewalls meist umgehen.

  • Layer 7 (Application)

    DDoS, SQL Injection, XSS

    Layer 6 (Presentation)

    SSL-Stripping, schwache Verschlüsselung

    Layer 5 (Session)

    Session-Hijacking

    Layer 4 (Transport)

    SYN-Flood, TCP-Reset

    Layer 3 (Network)

    IP-Spoofing, ICMP-Flood

    Layer 2 (Data Link)

    ARP-Spoofing, MAC-Flooding

    Layer 1 (Physical)

    Kabelunterbrechung, Abhören

    Layer 7 (Application)

    DDoS Protection, WAF, Bot Management

    Layer 6 (Presentation)

    TLS, starke Zertifikate, Post-Quanten-Kryptografie

    Layer 5 (Session)

    Session-Tokens, Timeout

    Layer 4 (Transport)

    DDoS Network Protection

    Layer 3 (Network)

    DDoS Network Protection

    Layer 2 (Data Link)

    Port-Security, VLANs

    Layer 1 (Physical)

    physischer Zugangsschutz

    Layer
    Typische Angriffe
    Schutzmaßnahmen

    Layer 7 (Application)

    DDoS, SQL Injection, XSS

    DDoS Protection, WAF, Bot Management

    Layer 6 (Presentation)

    SSL-Stripping, schwache Verschlüsselung

    TLS, starke Zertifikate, Post-Quanten-Kryptografie

    Layer 5 (Session)

    Session-Hijacking

    Session-Tokens, Timeout

    Layer 4 (Transport)

    SYN-Flood, TCP-Reset

    DDoS Network Protection

    Layer 3 (Network)

    IP-Spoofing, ICMP-Flood

    DDoS Network Protection

    Layer 2 (Data Link)

    ARP-Spoofing, MAC-Flooding

    Port-Security, VLANs

    Layer 1 (Physical)

    Kabelunterbrechung, Abhören

    physischer Zugangsschutz

    Laptop, Tablet und Handy liegen nebeneinander auf einem Tisch

    09

    Fazit: Referenzmodell der Netzwerkkommunikation

    Beim OSI-Modell, oft auch als ISO/OSI-Schichtenmodell bezeichnet, handelt es sich um ein Referenzmodell, mit dem sich die Kommunikation zwischen Systemen beschreiben und definieren lässt. Es besitzt sieben einzelne Schichten (Layer) mit jeweils klar voneinander abgegrenzten Aufgaben. Erfahren Sie hier, wie Myra Security die relevantesten Layer 3, 4 und 7 mit seinen Lösungen vor schadhaftem Traffic und Angriffen schützt:

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    FAQ – Häufig gestellte Fragen zum OSI-Modell

    Das OSI-Modell ist ein Referenzmodell, das Netzwerkkommunikation in sieben Schichten aufteilt. Jede Schicht hat eine klare Aufgabe – vom Kabel bis zur Anwendung.

    Über den Autor

    Stefan Bordel

    Senior Editor

    Über den Autor

    Stefan Bordel ist seit 2020 als Editor und Technischer Redakteur bei Myra Security tätig. Er verantwortet die strategische Entwicklung und redaktionelle Betreuung sämtlicher Content-Formate – von Website-Inhalten und Fachpublikationen über Whitepaper bis hin zu Social-Media-Kommunikation und technischer Dokumentation. In dieser Position verbindet er fundierte Expertise aus dem IT-Journalismus mit tiefgreifendem technischem Verständnis im Bereich Cybersecurity. Als langjähriger Linux-Enthusiast beobachtet er die Entwicklungen der IT-Branche sowohl privat als auch beruflich aus nächster Nähe.