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OWASP Top 10:2025

Zuletzt aktualisiert: 23.04.2026

Die OWASP Top 10 ist eine Referenzliste der kritischsten Sicherheitsrisiken und Angriffsvektoren für Webanwendungen. Die Liste wird seit 2003 von der namensstiftenden Non-Profit-Organisation Open Worldwide Application Security Project (OWASP) erstellt und alle drei bis vier Jahre aktualisiert. Die darin aufgeführten Risiken mitsamt Best Practices zur Behebung derselben dienen in erster Linie zur Sensibilisierung von Webentwicklern und bilden das Fundament einer wirksamen OWASP Security-Strategie.

Analysegrafiken auf einem Tablet
01

Was ist OWASP?

OWASP steht für Open Worldwide Application Security Project – eine globale gemeinnützige Organisation, die sich auf die Verbesserung der Softwaresicherheit spezialisiert hat. OWASP stellt Tools, Dokumentationen und Standards frei zur Verfügung. Das bekannteste Projekt ist die OWASP Top Ten: eine regelmäßig aktualisierte Liste der zehn gefährlichsten Sicherheitsrisiken in Webanwendungen. Sie gilt als De-facto-Standard in der Branche und wird von Entwicklern, Penetrationstestern, Sicherheitsauditoren und Compliance-Verantwortlichen weltweit genutzt. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2025 und löst die bisherige Liste von 2021 ab.

Analysegrafiken ausgedruckt auf Papier
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Warum sind die OWASP Top Ten so wichtig?

  • Sie bilden einen Community-Konsens aus Millionen Datenpunkten und Expertenbefragungen.

  • Sie helfen, Sicherheitsinvestitionen zu priorisieren und gezielt gegen die größten Risiken vorzugehen.

  • Sie dienen als Orientierung für viele Compliance-Frameworks (z. B. PCI DSS, ISO 27001, BSI IT-Grundschutz).

  • Sie bilden dank regelmäßiger Aktualisierung neue Bedrohungslagen und Angriffsvektoren ab.

Code auf einem Bildschirm
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Was sind die OWASP Top 10:2025?

Die OWASP Top 10:2025 wurden im November 2025 auf der OWASP Global AppSec Conference vorgestellt. Im Vergleich zur Vorgängerversion von 2021 gibt es zwei neue Kategorien, eine Konsolidierung und mehrere Ranking-Verschiebungen.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

  • Zwei neue Kategorien: A03 (Software Supply Chain Failures) und A10 (Mishandling of Exceptional Conditions)

  • SSRF wurde konsolidiert: A10:2021 (Server-Side Request Forgery) ist jetzt Teil von A01:2025 (Broken Access Control)

  • Security Misconfiguration ist stark gestiegen: von Platz 5 auf 2

  • Cryptographic Failures fiel zurück: von Platz 2 auf 4

  • Stärkerer Fokus auf Ursachen statt Symptome von Schwachstellen

  • Supply-Chain-Sicherheit rückt als eigenständiges Thema in den Mittelpunkt

Code auf einem Bildschirm

Was hat sich von OWASP Top 10:2021 zu OWASP Top 10:2025 geändert?

Kürzel
Kategorie
Änderung ggü. 2021

A01:2025

Broken Access Control
(Fehlerhafte Zugriffskontrolle)

bleibt auf 1; Server-Side Request Forgery (SSRF) integriert

A02:2025

Security Misconfiguration
(Sicherheitsfehlkonfiguration)

von 5 auf 2

A03:2025

Software Supply Chain Failures
(Fehler in der Software-Lieferkette)

neu (erweitert die vormalige Kategorie „A06:2021-Vulnerable and Outdated Components“)

A04:2025

Cryptographic Failures
(Kryptografische Fehler)

von 2 auf 4

A05:2025

Injection

von 3 auf 5

A06:2025

Insecure Design
(Unsicheres Design)

von 4 auf 6

A07:2025

Authentication Failures
(Authentifizierungsfehler)

bleibt auf 7 (vormals „Identification and Authentication Failures“)

A08:2025

Software or Data Integrity Failures
(Fehler bei der Software- oder Datenintegrität)

bleibt auf 8

A09:2025

Security Logging & Alerting Failures
(Fehler bei der Sicherheitsprotokollierung und Alarmierung)

bleibt auf 9 (vormals „Security Logging and Monitoring Failures”)

A10:2025

Mishandling of Exceptional Conditions
(Fehlerhafte Behandlung von Ausnahmesituationen)

neu

A01:2025

Broken Access Control
(Fehlerhafte Zugriffskontrolle)

A02:2025

Security Misconfiguration
(Sicherheitsfehlkonfiguration)

A03:2025

Software Supply Chain Failures
(Fehler in der Software-Lieferkette)

A04:2025

Cryptographic Failures
(Kryptografische Fehler)

A05:2025

Injection

A06:2025

Insecure Design
(Unsicheres Design)

A07:2025

Authentication Failures
(Authentifizierungsfehler)

A08:2025

Software or Data Integrity Failures
(Fehler bei der Software- oder Datenintegrität)

A09:2025

Security Logging & Alerting Failures
(Fehler bei der Sicherheitsprotokollierung und Alarmierung)

A10:2025

Mishandling of Exceptional Conditions
(Fehlerhafte Behandlung von Ausnahmesituationen)

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Was bedeuten die einzelnen OWASP-Kategorien?

A01:2025 – Broken Access Control

Über Zugriffskontrollen wird in der Webentwicklung sichergestellt, dass User nicht außerhalb der zugewiesenen Berechtigungen agieren. Fehler in der Access Control erlauben es Angreifern, auf Ressourcen zuzugreifen, für die sie keine Berechtigung haben. Das kann zu unkontrolliertem Datenabfluss, Datenmanipulationen oder zur kompletten Systemübernahme führen. 2025 wurde die vormals eigenständige Kategorie Server-Side Request Forgery (SSRF) hier integriert.

Typische Beispiele:

  • Direkter Zugriff auf fremde Nutzerdaten per URL-Manipulation

  • Fehlende Berechtigungsprüfungen in APIs

  • Nutzung von SSRF, um interne Netzwerkressourcen abzufragen

A02:2025 – Security Misconfiguration

Sicherheitsfehlkonfigurationen sind der am stärksten gestiegene Risikobereich in der 2025er-Liste: von Platz 5 auf Platz 2. Die Kategorie umfasst Fehler bei der Konfiguration von Sicherheitsmaßnahmen wie etwa fehlende oder mangelnde Systemhärtungen, fehlerhafte Zugriffsrechte von Cloud-Konfigurationen, die Nutzung von Standard-Passwörtern oder auch unnötige Portfreigaben. Rund 3 % aller getesteten Anwendungen sind laut OWASP von dieser Risikokategorie betroffen.

Typische Beispiele:

  • Ungenutzte Features aktiviert lassen

  • Standardkonfigurationen ohne Anpassung übernehmen

  • Fehlende Sicherheitsupdates oder Patches

A03:2025 – Software Supply Chain Failures

Diese neue Kategorie ersetzt und erweitert die bisherige Kategorie „Vulnerable and Outdated Components“ von 2021. Sie umfasst das gesamte Software-Ökosystem – von Drittanbieter-Bibliotheken über Build-Systeme bis zur CI/CD-Pipeline. Wenn Anwendungen auf Plugins, Bibliotheken oder Module aus nicht vertrauenswürdigen Quellen zurückgreifen, entstehen erhebliche Risiken.

Typische Beispiele:

  • Kompromittierte Open-Source-Pakete (z. B. npm, PyPI)

  • Schadcode in CI/CD-Pipelines eingeschleust

  • Automatische Updates ohne Integritätsprüfung

A04:2025 – Cryptographic Failures

Kryptografische Fehler entstehen, wenn sensible Daten unzureichend oder gar nicht verschlüsselt übertragen oder gespeichert werden. Besonders hohen kryptografischen Schutz erfordern Passwörter, Kreditkartennummern, Gesundheitsdaten, persönliche Informationen und Geschäftsgeheimnisse – vor allem, wenn die Informationen regulatorisch geschützt sind, etwa durch die DSGVO oder den PCI DSS.

Typische Beispiele:

  • Veraltete Verschlüsselungsalgorithmen (z. B. MD5, SHA-1)

  • Übertragung sensibler Daten ohne TLS-Verschlüsselung

  • Schwache oder fest eingebettete Schlüssel

A05:2025 – Injection

Bei Injection-Angriffen schleusen Angreifer Schadcode in eine Anwendung ein, der dort als Befehl ausgeführt wird. Die bekanntesten Varianten sind SQL Injection und Cross-Site Scripting (XSS). Alle enthaltenen Daten sowie angebundene Netzwerke und Services sind dabei potenziell gefährdet. Die Myra WAF (Web Application Firewall) erkennt und blockiert solche Injection-Versuche in Echtzeit.

Typische Beispiele:

  • SQL Injection (Datenbankmanipulation)

  • XSS – Cross-Site Scripting (Schadcode im Browser des Nutzers)

  • Command Injection (Betriebssystembefehle ausführen)

A06:2025 – Insecure Design

Unsicheres Design bezieht sich auf grundlegende Architektur- und Designfehler, die bereits in der Planungsphase entstehen. Insecure Design ist nicht mit dem Implementierungsprozess verknüpft, da selbst eine perfekte Implementierung keine Designfehler beheben kann. Diese Kategorie betont die Notwendigkeit von Threat Modeling (Bedrohungsmodellierung) und Secure-by-Design-Prinzipien.

  

 

Typische Beispiele:

  • Passwort-Reset-Funktion ohne Rate-Limiting – unbegrenzte Eingabeversuche sind möglich

  • Ausgabe von Fehlermeldungen, die sensible Informationen enthalten

  • Fehlende Rollentrennung im Datenmodell: Nutzerdaten sind über vorhersehbare URLs direkt abrufbar

A07:2025 – Authentication Failures

Authentifizierungsfehler ermöglichen es Angreifern, fremde Accounts und Identitäten zu übernehmen. Die zuvor unter der Bezeichnung „Identification and Authentication Failures“ geführte Kategorie wurde 2025 umbenannt, um die 36 relevanten CWEs besser widerzuspiegeln.

 

 

Typische Beispiele:

  • Fehlende oder schwache Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)

  • Verwendung hart kodierter Passwörter oder Zugangsdaten

  • Mangelhafter Schutz vor Brute Force, Credential Stuffing, Credential Cracking

A08:2025 – Software or Data Integrity Failures

Diese Kategorie umfasst Schwachstellen in Software-Updates, kritischen Daten und CI/CD-Pipelines, deren Integrität nicht überprüft wird. Dadurch können Angreifer unter Umständen Schadcode einschleusen und Systeme kompromittieren. Die Risiken ähneln denen der Kategorie A03:2025 – Software Supply Chain Failures, aber auf einer niedrigeren Ebene.

 

 

Typische Beispiele:

  • Anwendungen nutzen Plugins, Bibliotheken oder Module aus nicht vertrauenswürdigen Quellen

  • Automatische Updates ohne Signaturprüfung

  • Unsichere Deserialisierung: nicht vertrauenswürdige Objekte werden ohne Validierung verarbeitet und ermöglichen Remote Code Execution

A09:2025 – Security Logging & Alerting Failures

Vormals als „Insufficient Logging and Monitoring“ bekannt, wurde diese Kategorie 2025 umbenannt, um die Bedeutung der Alarmierung bei relevanten Protokollereignissen hervorzuheben. Nur mit reinem Logging ohne Alerting bleiben aktive Angriffe unentdeckt und können sich über Wochen oder Monate ausdehnen, bevor sie auffallen.

 

Typische Beispiele:

  • Fehler erzeugen keine oder unzureichende Logeinträge

  • Integrität der Logs nicht ausreichend vor Manipulation geschützt

  • Schwellenwerte für Warnmeldungen falsch konfiguriert

A10:2025 – Mishandling of Exceptional Conditions

Diese 2025 neu eingeführte Kategorie adressiert unsachgemäße Fehlerbehandlung als eigenständiges Sicherheitsrisiko. Wenn Anwendungen außergewöhnliche Situationen nicht verhindern, erkennen und korrekt darauf reagieren können, führt dies eventuell zu Abstürzen, unerwartetem Verhalten oder Sicherheitslücken.

 

 

Typische Beispiele:

  • Anwendung stürzt bei unerwarteten Eingaben (z. B. null-Werte, ungewöhnliche Zeichenkodierungen) ab

  • API-Antworten enthalten im Fehlerfall SQL-Abfragen, interne IP-Adressen oder Dateinamen

  • Gezielt herbeigeführte Fehlerzustände überlasten die Anwendung (DoS), weil Timeouts oder Fallbacks fehlen

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Wie lassen sich Webanwendungen gegen OWASP-Risiken schützen?

Die OWASP Top Ten liefern eine Landkarte der kritischsten Risiken für Webanwendungen und bilden das Fundament jeder modernen OWASP Security-Strategie. Daran sollten sich Organisationen orientieren, um Compliance-Standards zu erfüllen und die aufgeführten Risiken zu minimieren. Eine ganzheitliche OWASP Security kombiniert technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen:

  1. Secure Software Development Lifecycle (SDLC): OWASP-Empfehlungen von Anfang an in den Entwicklungsprozess integrieren

  2. Web Application Firewall (WAF): Schutz gegen Injection, XSS und andere Layer-7-Angriffe

  3. Penetrationstests: Regelmäßige Tests auf Basis der OWASP-Kategorien

  4. Patch Management: Konsequentes Aktualisieren aller Komponenten und Abhängigkeiten

  5. Zugriffskontrollen prüfen: Least-Privilege-Prinzip konsequent umsetzen

  6. Logging & Monitoring: Zentrales SIEM mit korrekten Alarmschwellen einrichten

  7. API-Sicherheit: APIs explizit in Security-Konzepte einbeziehen

Cyber Security Schriftzug auf einem Laptopbildschirm
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OWASP Security mit der Myra WAF

Ein zentraler Baustein einer wirksamen OWASP Security ist eine moderne Web Application Firewall (WAF), die verdächtige Aktivitäten in Echtzeit erkennt und blockiert. Die Myra WAF bietet Standardregeln (Myra-Tags) zum Schutz vor in den OWASP Top Ten beschriebenen Angriffsmustern wie Cross-Site Scripting (XSS) oder SQL Injection an. Zusätzlich können Sie entsprechend Ihren Anforderungen eigene Regeln zur Abwehr weiterer Bedrohungen definieren. Mit unseren Lösungen für Application Security sind Sie Cyberkriminellen immer einen Schritt voraus.

Key visual Produkt Hyperscale WAF

FAQ: Häufige Fragen zu OWASP

OWASP (Open Worldwide Application Security Project) ist eine gemeinnützige Organisation, die kostenlose Sicherheitsressourcen für die Softwareentwicklung bereitstellt – darunter Standards, Tools und Richtlinien. Das bekannteste Produkt ist die OWASP Top Ten.

Über den Autor

Björn Greif

Senior Editor

Über den Autor

Björn Greif startete seine Redakteurskarriere 2006 beim IT-Nachrichtenportal ZDNet. 10 Jahre und exakt 12.693 Artikel später engagierte er sich beim deutschen Start-up Cliqz für mehr Privatsphäre und Datenschutz im Web. Vom Datenschutz zur IT-Sicherheit war es dann nur noch ein kleiner Schritt: Seit 2020 schreibt Björn bei Myra über die neusten Trends und Entwicklungen in der Welt der Cybersecurity.