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OWASP Top 10
A01:2025 | Broken Access Control | – bleibt auf 1; Server-Side Request Forgery (SSRF) integriert |
A02:2025 | Security Misconfiguration | ↑ von 5 auf 2 |
A03:2025 | Software Supply Chain Failures | neu (erweitert die vormalige Kategorie „A06:2021-Vulnerable and Outdated Components“) |
A04:2025 | Cryptographic Failures | ↓ von 2 auf 4 |
A05:2025 | Injection | ↓ von 3 auf 5 |
A06:2025 | Insecure Design | ↓ von 4 auf 6 |
A07:2025 | Authentication Failures | – bleibt auf 7 (vormals „Identification and Authentication Failures“) |
A08:2025 | Software or Data Integrity Failures | – bleibt auf 8 |
A09:2025 | Security Logging & Alerting Failures | – bleibt auf 9 (vormals „Security Logging and Monitoring Failures”) |
A10:2025 | Mishandling of Exceptional Conditions | neu |
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A01:2025 – Broken Access Control
Über Zugriffskontrollen wird in der Webentwicklung sichergestellt, dass User nicht außerhalb der zugewiesenen Berechtigungen agieren. Fehler in der Access Control erlauben es Angreifern, auf Ressourcen zuzugreifen, für die sie keine Berechtigung haben. Das kann zu unkontrolliertem Datenabfluss, Datenmanipulationen oder zur kompletten Systemübernahme führen. 2025 wurde die vormals eigenständige Kategorie Server-Side Request Forgery (SSRF) hier integriert.
Typische Beispiele:
Direkter Zugriff auf fremde Nutzerdaten per URL-Manipulation
Fehlende Berechtigungsprüfungen in APIs
Nutzung von SSRF, um interne Netzwerkressourcen abzufragen
A02:2025 – Security Misconfiguration
Sicherheitsfehlkonfigurationen sind der am stärksten gestiegene Risikobereich in der 2025er-Liste: von Platz 5 auf Platz 2. Die Kategorie umfasst Fehler bei der Konfiguration von Sicherheitsmaßnahmen wie etwa fehlende oder mangelnde Systemhärtungen, fehlerhafte Zugriffsrechte von Cloud-Konfigurationen, die Nutzung von Standard-Passwörtern oder auch unnötige Portfreigaben. Rund 3 % aller getesteten Anwendungen sind laut OWASP von dieser Risikokategorie betroffen.
Typische Beispiele:
Ungenutzte Features aktiviert lassen
Standardkonfigurationen ohne Anpassung übernehmen
Fehlende Sicherheitsupdates oder Patches
A03:2025 – Software Supply Chain Failures
Diese neue Kategorie ersetzt und erweitert die bisherige Kategorie „Vulnerable and Outdated Components“ von 2021. Sie umfasst das gesamte Software-Ökosystem – von Drittanbieter-Bibliotheken über Build-Systeme bis zur CI/CD-Pipeline. Wenn Anwendungen auf Plugins, Bibliotheken oder Module aus nicht vertrauenswürdigen Quellen zurückgreifen, entstehen erhebliche Risiken.
Typische Beispiele:
Kompromittierte Open-Source-Pakete (z. B. npm, PyPI)
Schadcode in CI/CD-Pipelines eingeschleust
Automatische Updates ohne Integritätsprüfung
A04:2025 – Cryptographic Failures
Kryptografische Fehler entstehen, wenn sensible Daten unzureichend oder gar nicht verschlüsselt übertragen oder gespeichert werden. Besonders hohen kryptografischen Schutz erfordern Passwörter, Kreditkartennummern, Gesundheitsdaten, persönliche Informationen und Geschäftsgeheimnisse – vor allem, wenn die Informationen regulatorisch geschützt sind, etwa durch die DSGVO oder den PCI DSS.
Typische Beispiele:
Veraltete Verschlüsselungsalgorithmen (z. B. MD5, SHA-1)
Übertragung sensibler Daten ohne TLS-Verschlüsselung
Schwache oder fest eingebettete Schlüssel
A05:2025 – Injection
Bei Injection-Angriffen schleusen Angreifer Schadcode in eine Anwendung ein, der dort als Befehl ausgeführt wird. Die bekanntesten Varianten sind SQL Injection und Cross-Site Scripting (XSS). Alle enthaltenen Daten sowie angebundene Netzwerke und Services sind dabei potenziell gefährdet. Die Myra WAF (Web Application Firewall) erkennt und blockiert solche Injection-Versuche in Echtzeit.
Typische Beispiele:
SQL Injection (Datenbankmanipulation)
XSS – Cross-Site Scripting (Schadcode im Browser des Nutzers)
Command Injection (Betriebssystembefehle ausführen)
A06:2025 – Insecure Design
Unsicheres Design bezieht sich auf grundlegende Architektur- und Designfehler, die bereits in der Planungsphase entstehen. Insecure Design ist nicht mit dem Implementierungsprozess verknüpft, da selbst eine perfekte Implementierung keine Designfehler beheben kann. Diese Kategorie betont die Notwendigkeit von Threat Modeling (Bedrohungsmodellierung) und Secure-by-Design-Prinzipien.
Typische Beispiele:
Passwort-Reset-Funktion ohne Rate-Limiting – unbegrenzte Eingabeversuche sind möglich
Ausgabe von Fehlermeldungen, die sensible Informationen enthalten
Fehlende Rollentrennung im Datenmodell: Nutzerdaten sind über vorhersehbare URLs direkt abrufbar
A07:2025 – Authentication Failures
Authentifizierungsfehler ermöglichen es Angreifern, fremde Accounts und Identitäten zu übernehmen. Die zuvor unter der Bezeichnung „Identification and Authentication Failures“ geführte Kategorie wurde 2025 umbenannt, um die 36 relevanten CWEs besser widerzuspiegeln.
Typische Beispiele:
Fehlende oder schwache Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)
Verwendung hart kodierter Passwörter oder Zugangsdaten
Mangelhafter Schutz vor Brute Force, Credential Stuffing, Credential Cracking
A08:2025 – Software or Data Integrity Failures
Diese Kategorie umfasst Schwachstellen in Software-Updates, kritischen Daten und CI/CD-Pipelines, deren Integrität nicht überprüft wird. Dadurch können Angreifer unter Umständen Schadcode einschleusen und Systeme kompromittieren. Die Risiken ähneln denen der Kategorie A03:2025 – Software Supply Chain Failures, aber auf einer niedrigeren Ebene.
Typische Beispiele:
Anwendungen nutzen Plugins, Bibliotheken oder Module aus nicht vertrauenswürdigen Quellen
Automatische Updates ohne Signaturprüfung
Unsichere Deserialisierung: nicht vertrauenswürdige Objekte werden ohne Validierung verarbeitet und ermöglichen Remote Code Execution
A09:2025 – Security Logging & Alerting Failures
Vormals als „Insufficient Logging and Monitoring“ bekannt, wurde diese Kategorie 2025 umbenannt, um die Bedeutung der Alarmierung bei relevanten Protokollereignissen hervorzuheben. Nur mit reinem Logging ohne Alerting bleiben aktive Angriffe unentdeckt und können sich über Wochen oder Monate ausdehnen, bevor sie auffallen.
Typische Beispiele:
Fehler erzeugen keine oder unzureichende Logeinträge
Integrität der Logs nicht ausreichend vor Manipulation geschützt
Schwellenwerte für Warnmeldungen falsch konfiguriert
A10:2025 – Mishandling of Exceptional Conditions
Diese 2025 neu eingeführte Kategorie adressiert unsachgemäße Fehlerbehandlung als eigenständiges Sicherheitsrisiko. Wenn Anwendungen außergewöhnliche Situationen nicht verhindern, erkennen und korrekt darauf reagieren können, führt dies eventuell zu Abstürzen, unerwartetem Verhalten oder Sicherheitslücken.
Typische Beispiele:
Anwendung stürzt bei unerwarteten Eingaben (z. B. null-Werte, ungewöhnliche Zeichenkodierungen) ab
API-Antworten enthalten im Fehlerfall SQL-Abfragen, interne IP-Adressen oder Dateinamen
Gezielt herbeigeführte Fehlerzustände überlasten die Anwendung (DoS), weil Timeouts oder Fallbacks fehlen
OWASP (Open Worldwide Application Security Project) ist eine gemeinnützige Organisation, die kostenlose Sicherheitsressourcen für die Softwareentwicklung bereitstellt – darunter Standards, Tools und Richtlinien. Das bekannteste Produkt ist die OWASP Top Ten.
Björn Greif
Senior Editor
Björn Greif startete seine Redakteurskarriere 2006 beim IT-Nachrichtenportal ZDNet. 10 Jahre und exakt 12.693 Artikel später engagierte er sich beim deutschen Start-up Cliqz für mehr Privatsphäre und Datenschutz im Web. Vom Datenschutz zur IT-Sicherheit war es dann nur noch ein kleiner Schritt: Seit 2020 schreibt Björn bei Myra über die neusten Trends und Entwicklungen in der Welt der Cybersecurity.