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Anlässlich der Earth Hour schalteten auch dieses Jahr wieder Städte rund um den Globus die öffentliche Beleuchtung für eine Stunde ab, um für mehr Klimaschutz zu werben. Konkrete Nachhaltigkeit erfordert jedoch weitaus mehr.

Seit 2007 erlöschen während der Earth Hour die Fassaden-Beleuchtungen von den Wahrzeichen und Verwaltungsgebäuden vieler Städte, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Die jährlich stattfindende Umweltschutzaktion hat längst eine globale Dimension erreicht. In den vergangenen Jahren gingen mitunter am Brandenburger Tor in Berlin, am Kolosseum in Rom oder auch an der Oper in Sydney die Lichter aus. Mit einer Stunde ohne Beleuchtung hat sich das Thema Nachhaltigkeit noch lange nicht erledigt, hier sind Weitblick und konsequentes Handeln erforderlich.

Speziell die IT-Branche, die im Zuge der Digitalisierung enormes Wachstum erfahren hat und beständig weiterwächst, verschreibt sich zunehmend nachhaltigen Geschäftsstrategien. Das ist angesichts des enormen Energie- und Ressourcenbedarfs von Rechenzentren und der Hardware-Herstellung auch dringend erforderlich. Um die digitale Transformation nachhaltig umzusetzen, greifen die Hersteller tief in die technologische Trickkiste. Heraus kommen oftmals innovative Ansätze, die auch in anderen Sektoren enorme ökologische Vorteile versprechen.

Auch Data Center können nachhaltig sein

Durchschnittlich ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs von Rechenzentren entfällt auf die Kühlung der Hochleistungsanlagen. Hier herrscht enormes Einsparpotenzial, denn innovative Kühlkonzepte arbeiten wesentlich ökonomischer als gängige Standardlösungen. Beispielsweise nutzen schon heute Unternehmen umliegende Gewässer oder Brunnen als natürliche Kühlwasser-Lieferanten für Rechenzentren. Dabei wird das Wasser zur Kühlung der Server-Anlagen abgepumpt, gereinigt und in den Kühlkreislauf geleitet. Das von den Servern aufgeheizte Wasser kann wiederum für Fernwärme zur Heizung von Wohnanlagen oder naheliegenden Büroanlagen weiterverwendet werden. Dadurch lässt sich der Wirkungsgrad und die Gesamtwirtschaftlichkeit der Anlage nochmals erhöhen.

Erste Pilotprojekte gehen sogar noch einen Schritt weiter und versenken komplette Data Center im Meer, um eine optimale Kühlung ohne zusätzlichen Energieaufwand zu erzielen. Auf dem Land versprechen Adsorptionskältemaschinen ein ähnliches Ergebnis. Die Geräte wandeln die im Betrieb anfallende Abwärme von Servern in Kälte um, mit der Kühlwasser für andere Anlagen bereitgestellt wird – ohne zusätzlichen Energiebedarf.

Neben der Kühlung spielt die Energieversorgung eine entscheidende Rolle für den Aufbau nachhaltiger IT-Konzepte. Viele Betreiber setzen etwa auf Ökostrom, um die CO2-Bilanz ihrer Anlagen zu verbessern. Einige Anbieter bauen sogar eigene Wind- oder Wasserkraftanlagen zur Versorgung ihrer Rechenzentren auf. Ein sehr ambitioniertes Projekt befindet sich momentan in der Region Caithness im Norden Schottlands im Aufbau. Der Betreiber nutzt für die Energiegewinnung ein Gezeitenkraftwerk, dessen Unterwasserturbinen sich die Kräfte von Ebbe und Flut zunutze machen.

Recycling: Richtig mit wertvollen Ressourcen umgehen

Nicht zu unterschätzen ist außerdem das Thema Recycling. Kaum eine andere Branche ist so schnelllebig wie die Tech-Industrie. Der stete Wandel durch technische Innovationen und Optimierungen führt zu einem beständigen Austausch von Hardware. Seien es nun Serveranlagen, PCs, Notebooks oder Smartphones – schon nach wenigen Jahren hat die Hardware ihren Zenit erreicht und ist nicht mehr wettbewerbsfähig. Anstatt die Altgeräte allerdings als Elektroschrott zu entsorgen, beginnen mehr und mehr Unternehmen mit dem Recycling der ausgedienten Hardware. Auf diese Weise lassen sich kostbare Ressourcen wieder zurück in den Produktionskreislauf bringen. Alternativ setzen einige Firmen auf Spenden-Programme für ausgemusterte Geräte.

Oftmals sind Business-Notebooks und PCs rein technisch in einem tadellosen Zustand, als Workstation aber nicht mehr den Ansprüchen der Zeit gewachsen. Als Arbeitsgerät in Schulen oder sozialen Einrichtungen genügen die betagten Modelle aber allemal. Auch die Wiederaufbereitung beziehungsweise der Wiederverkauf von Altgeräten kann sich lohnen. Speziell NGOs sind aufgrund knapper Budgets oftmals auf der Suche nach preisgünstiger Hardware.

Auch Arbeit muss nachhaltig sein

Ökologische und ökonomische Gesichtspunkte überwiegen meist bei der Betrachtung nachhaltiger Konzepte. Dabei sind soziale und ethische Aspekte wie gesunde und faire Arbeitsbedingungen bei Produktion und Ressourcengewinnung mindestens ebenso bedeutend. In der Vergangenheit hat sich die Hardware-Produktion zugunsten günstiger Preise fast gänzlich in den asiatischen Raum verlagert. Dort erzielten die Zulieferer durch unwürdige Arbeitsbedingungen konkurrenzlos billige Produktionskosten – die Digitalisierung wurde sozusagen auf dem Rücken der Fabrikarbeiter getragen. Ebenso inhuman zeigte sich die Lage in den afrikanischen Rohstoffminen, wo die zur Chipproduktion dringend erforderlichen Seltenen Erden zutage gefördert werden.

Mittlerweile engagieren sich viele Hardware-Hersteller für faire und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen in der gesamten Produktionskette. Von westlichen Standards sind viele Zuliefererbetriebe trotzdem noch weit entfernt. Hier herrscht weiterhin Nachholbedarf.

Auch Myra Security setzt auf Nachhaltigkeit

Seit Anfang 2018 engagiert sich Myra mit ClimatePartner für den Ausgleich unserer Emissionen. Die Klimaschutzstrategie basiert auf der Treibhausgasbilanz: Hierfür werden die CO2-Treiber innerhalb eines Unternehmens identifiziert und anschließend Reduktionspotenziale abgeleitet. Kurzfristig nicht vermeidbare Emissionen gleicht Myra durch die Unterstützung anerkannter Klimaschutzprojekte aus. Für unsere Nachhaltigkeitsoffensive haben wir etwa mit dem Bergwaldprojekt e.V. 400 heimische Bäume in den Bayerischen Alpen gepflanzt.

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